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Emopunks: Setzen, sechs! (Gastartikel)

Neulich fiel mir auf, dass eine Seite mit dem tollen Namen „emopunk“ auf den veganfeminst-blog verlinkt hat. Da ich mir nicht entgehen lassen wollte, was Anhänger_innen einer kulturindustriell erzeugten, identitären Jugendszene Gehaltvolles zu sagen haben, hab ich doch gleich mal geklickt.
Das wirre Geschreibsel, bzw. den Thread dazu gibt’s hier.

Die Erkenntnis fiel dann wenig überraschend aus. Rings um eine Person mit dem Namen „TrashClass“ (der im Folgenden sinnigerweise als der „Ahnunglose“ bezeichnet werden wird), der sich offensichtlich seiner argumentativen Unterlegenheit gewahr wurde, wird alles, was es an antifeministichen Vorurteilen, genauer genommen wohl Ressentiments, so gibt, abgelassen. Das reicht von der Überzeugung, dass mensch Tiere doch mag, Frauen aber gerne unterdrücke, bis zum klassischen Bild der, Zitat, „unrasierten“ Feministin.
Dann wird auch danach gefragt, ob veganfeminist auch so etwas wie eine Analyse zu bieten habe. Dem ist zu entgegnen, dass dieses Verlangen nach einer Antwort bei jeder/jedem, der bzw. die sich den Blog länger als zwei Minuten ansieht und sich nicht von den Wahnvorstellungen des „Ahnungslosen“ einlullen lässt, befriedigt wird. Wenn von fehlender Analyse die Rede ist, trotz Unmengen an Quellen und Links, kann wohl nur von bewusst herbeigeführter selektiver Wahrnehmung die Rede sein. Und wenn man sich die Diskusion ansieht und beachtet, welche „Analyse“ die emopunks zu bieten haben, kann das nur als schlechter Witz bezeichnet werden
Aber wer kennt das Phänomen nicht? Anstatt sich einer Diskusion zu stellen, wird in einem drittklassigen Forum gegen etwas gehetzt, in der Hoffnung, dass der/die Betroffene nichts davon mitbekommt, um sich dann die scheinbar nicht vorhandene Kritik an den eigenen geistigen Ergüssen als das „Maß der Dinge“ zurecht zu lügen. Zusammenhänge zwischen den kritisierten und äußerst „Einsteiger_innenfreundlich“ erklärten Unterdrückungsverhältnissen werden schlicht geleugnet. Aber das ist wohl der Effekt der erwähnten argumentativen Unterlegenheit: Irgendwo müssen die in vielerlei Hinsicht Kritisierten ja Dampf ablassen. Da das dumme Gefühl Unrecht zu haben, bzw. zur Selbstreflexion „gezwungen“ zu werden wohl nicht anders kompensiert werden kann, tauscht mensch sich mit Leuten aus, die eben so wenig Ahnung haben wie mensch selbst, bekommt auch von diesen Recht und bildet sich dann ein, irgendeine Kritik geübt zu haben. Kollektiv fabrizierter Unfug „at it’s best“.

Emopunks: Setzen, sechs!