veganfeminist http://veganfeminist.blogsport.de --- Alles über artgerechte Haltung, humane Sklaverei, zivilisierte Barbarei. --- Wed, 20 Oct 2010 10:12:29 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en „fickt“ die „bullen“ – und andere sexistisch/homophobe parolen http://veganfeminist.blogsport.de/2010/10/20/fickt-die-bullen-und-andere-sexistischhomophobe-parolen/ http://veganfeminist.blogsport.de/2010/10/20/fickt-die-bullen-und-andere-sexistischhomophobe-parolen/#comments Wed, 20 Oct 2010 10:12:29 +0000 Administratorin veganfeminist news anderes eigene artikel (anti)sexismus/feminismus sexuelle/sexualisierte gewaltantideutsche hurensöhneantisexismusfickengewalt durch sprachehomophobiemakks damageparolenpolizeisexuelle gewalt http://veganfeminist.blogsport.de/2010/10/20/fickt-die-bullen-und-andere-sexistischhomophobe-parolen/ Auch in linken Kreisen ist es weit verbreitet, das Wort „Ficken“ zur Abwertung und Erniedrigung anderer zu benutzen. Ein gängiges Beispiel ist „Fickt die Bullen“ (sexistisch und speziesistisch). Ich möchte mich dazu äußern, weil ich es mit Schaudern erlebe, wie die ach so gendersensiblen Menschen (von der normalen sexistischen Bevölkerung fange ich gar nicht erst an) eine Sprache benutzen, die sexuelle Gewalt verharmlost und verherrlicht.
Warum wird Ficken zur Abwertung und Erniedrigung anderer verwendet? Was hat Sexualität mit Gewalt und Scham zu tun? Die Antwort kann nur lauten, dass Fickt die Bullen deshalb als Parole verwendet wird, weil Ficken als Synonym für Gewaltausübung (psychisch und physisch) gegen die Polizei fungiert. Neben der sexistischen Ebene (da sexuelle Gewalt vor allem Frauen widerfährt), drängt sich auch noch der homophobe Aspekt auf: Der aktive Part (zu ficken) beim Verkehr wird fast nie als entwürdigend hingestellt, während der passive Part (gefickt werden) als Opfer, Schwächling, Schwuler, Mädchen gilt. Aktiv heißt Macht und Gewalt ausüben, Passiv heißt, Macht- und Gewaltausübung erdulden zu müssen.
Ein anschauliches Beispiel dafür ist auch MaKks Damage*, der in seinem Lied „Antideutsche Hurensöhne“ (natürlich ist allein der Titel sexistisch), davon redet, er sei nicht homophob, weil er weibliche wie männliche Antideutsche gleichermaßen ficken würde und sie ihm auch gerne einen blasen dürften. Was wäre aber, wenn er in diesem Lied für den passiven statt den aktiven Part eintreten würde? Würde er sich immer noch so mächtig vorkommen, wenn er statt andere zu ficken, sich für das Gefickt-Werden anbieten würde? Oder wenn er anderen einen blasen wollen würde? Wäre das dann nicht doch etwas zu schwul für den schwulenfreundlichen MaKks? Ich denke, die Antwort liegt auf der Hand.
Nochmal zur Parole. Sicher wäre die Parole ethisch betrachtet kaum erfreulicher, wenn sie andere Gewalthandlungen gegen die Polizei (nicht Bullen) beschönigte. Gewalt hat viele Facetten und jegliche Gewalt hat einen unmoralischen Aspekt. Ich will weder zur sexuellen noch zur sonst wie gearteten Gewalt gegen Menschen aufrufen.
Ich möchte mit diesem kurzen Beitrag meine Leser_Innen nur dafür sensibilisieren, Sexualität nicht mit Gewalt gleichzusetzen und auch in der Sprache darauf zu achten, dass sexuelle Gewalt weder als lustig, noch gerecht oder erstrebenswert dargestellt wird.

Für eine Welt, in der Sexualität nicht mehr mit Gewalt und Machtausübung assoziiert wird! Sexualität soll Freude und Genuss (für alle Beteiligten) verkörpern.
Eure veganfeminist.

P.S.: Selbstverständlich lässt sich „Antideutsche Hurensöhne“ nicht nur aus antihomophoben und antisexistischen Gründen kritisieren.
P.P.S.: Ich wurde selbst Opfer von Polizeigewalt und kann die Wut auf die Polizei gut nachvollziehen. Aber Hass ist niemals produktiv. Sucht Euch ein anderes Ventil.

* Ich weiß, dass M. D. nicht als repräsentativ für linke Kreise gelten kann, dennoch hat er scheinbar eine regen Anhängerschaft und die hier angesprochenen Inhalte seiner Lieder finden auch immer wieder in anderen Kontexten Verwendung.

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die anti/sexistische tierbefreiungsbewegung ?! http://veganfeminist.blogsport.de/2010/10/15/die-antisexistische-tierbefreiungsbewegung/ http://veganfeminist.blogsport.de/2010/10/15/die-antisexistische-tierbefreiungsbewegung/#comments Fri, 15 Oct 2010 14:56:51 +0000 Administratorin eigene artikel (anti)sexismus/feminismus (anti)speziesismus/tierbefreiungAktivismusantisexismusFeminismusSexismustierbefreiungsbewegungtierbefreiungskongress http://veganfeminist.blogsport.de/2010/10/15/die-antisexistische-tierbefreiungsbewegung/ Auf der meist vergeblichen Suche nach feministischen Veganer_innen und veganen Feminist_innen bin ich einige Male auf den Vorwurf gestoßen, dass die betreffenden Feministinnen lieber unter speziesistischen Feministinnen als unter sexistischen Antispeziesist_innen sind. Mal davon abgesehen, dass ich schockiert war, persönliche Interessen vor das Leiden der über 56 Milliarden Mordopfer* im Jahr zu stellen und mich die Verharmlosung des Speziesismus zutiefst anwidert, frage ich mich immer wieder, inwieweit dieser Vorwurf wirklich stimmt. Im Gegensatz zum konventionellen Tierschutz ist die Tierbefreiungsbewegung in ihrer geistigen Entwicklung sehr fortschrittlich und befasst sich nicht ausschließlich mit NMT**, sondern sehr wohl auch mit anderen sozialen Gruppen, die Diskriminierung, Unterdrückung und Gewalt ausgesetzt sind. Während sich manchmal in der Tierbefreiung (Zeitschrift, die teils auch kontroverse Ansichten veröffentlicht) darüber beschwert wird, dass die Tierbefreiungsbewegung sich als linke Bewegung gibt, finde ich dies weniger empörend, da es eine wünschenswerte und sinnvolle Kombination ist, menschliche und nichtmenschliche Interessen gleichermaßen zu berücksichtigen und Gerechtigkeit für alle einzufordern.

Doch ich weiche etwas vom Thema ab. Wie gesagt, es hat mich sehr beschäftigt, inwieweit die Tierbefreiungsbewegung sexistisch ist. Ich sage damit nicht, dass es keinen Sexismus bei Tierbefreier_Innen gibt, den gibt es hier wie überall sonst, denn auch Tierbefreier_Innen sind Teil der sexistischen Gesellschaft. Jedoch halte ich es für übertrieben, zu behaupten, dass sich damit nicht auseinander gesetzt würde oder dass die Tierbefreiungsbewegung sogar besonders sexistisch sei. Es stimmt, dass es Tierrechtler_Innen gibt, die nach dem Motto „Alles für die Tiere“, auch Diskriminierungen von Menschen in Kauf nehmen, wenn es nur der Verbreitung ihrer Ideen dient. Doch sehe ich diese Menschen eher beim konventionellen Tierschutz angesiedelt. Beobachtet werden kann es beispielsweise daran, dass vor allem Organisationen und Gruppen, die dem konventionellen Tierschutz zugeordnet werden können, durch Sexismus und Menschendiskriminierung auffallen, wie PeTA und die Tierschutzpartei.
Die Tierbefreiung würde jedenfalls sehr sicher Artikel veröffentlichen, die sich kritisch zu Sexismus in der Bewegung äußern, so wie sie es auch bereits taten. Und auf dem diesjährigen Tierbefreiungskongress gab es ebenfalls antisexistische Workshops. („Ansätze der Tierrechts- und Tierbefreiungstheorie. Moralphilosophie, Sozialkonstruktivismus, Linguistik und Feminismus/Gender Studies“ und „(Anti-)Sexismus-Workshop“ und „Definitionsmacht und antisexistische Praxen“)

Es ist nicht die Heiligsprechung, aber immerhin ein Anfang. Und wenn niemand das Thema in die Bewegung trägt, kann es auch nicht diskutiert und aufgeschlüsselt werden. Es braucht viele Stimmen, um etwas zu bewegen und statt sich zurückzuziehen, könnte auch gemeinsam der Schritt nach vorne gewagt werden. Das mag nicht immer einfach sein, aber egal, für welchen Fortschritt in der Gesellschaft wir uns einsetzen, wir alle mussten und müssen die Erfahrung machen, dass es nicht einfach ist – und genau deshalb umso wichtiger.

Ich möchte also alle Antisexist_Innen ermutigen, sich weiter oder neu für NMT zu engagieren und wenn Ihr nichts findet, was Euch zusagt… Stellt doch einfach ein neues Projekt auf die Beine! Es gibt über 56 Milliarden Gründe, dies zu tun.

Wenn nicht wir, wer dann?

* Zahl der Tiere, die jährlich als sog. „Nutztiere“ für den menschlichen Konsum sterben (ohne Meereslebewesen)
** Nichtmenschliche Tiere

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„vegane querdenker“ lesenswerter artikel auf rtl.lu http://veganfeminist.blogsport.de/2010/10/15/vegane-querdenker-lesenswerter-artikel-auf-rtl-lu/ http://veganfeminist.blogsport.de/2010/10/15/vegane-querdenker-lesenswerter-artikel-auf-rtl-lu/#comments Fri, 15 Oct 2010 14:14:44 +0000 Administratorin veganfeminist news anderes (anti)speziesismus/tierbefreiung tierausbeutung allgemeinAktivismusanthropozentrismusdonald watsonjeff mannesminderheitenquerdenkensoziologiethe vegan society http://veganfeminist.blogsport.de/2010/10/15/vegane-querdenker-lesenswerter-artikel-auf-rtl-lu/ Zufällig wurde ich auf einen Artikel bei RTL.lu aufmerksam gemacht. Jeff Mannes beschäftigt sich mit der sozialen Funktion und Stellung von Querdenker_Innen und überträgt dieses Thema auf den Veganismus, ganz speziell auf den Gründer der Vegan Society Donald Watson.
Ein wirklich lesenswerter Artikel, der das Potential dazu hat, neue Einblicke zu ermögliche, warum Omnis/Veggies der veganen Idee oftmals so ablehnend gegenüberstehen.

Geniale Ideen retten Leben. Doch dafür braucht es meist einen mutigen Menschen, der bereit ist, seine Idee eigenhändig durch ein Sperrfeuer von Hass und Häme zu tragen. Warum ist das so? Warum machen wir Querdenkern das Leben so schwer? Weil wir uns damit selbst das Leben leichter machen. Die Macht der Mehrheit ist so stark, dass wir uns beugen, selbst wenn uns niemand zwingt.

Zum Artikel gehts hier:
„Vegane Querdenker“ von Jeff Mannes

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„kz-vergleich“ in tierrechtskreisen http://veganfeminist.blogsport.de/2010/09/26/kz-vergleich-in-tierrechtskreisen/ http://veganfeminist.blogsport.de/2010/09/26/kz-vergleich-in-tierrechtskreisen/#comments Sat, 25 Sep 2010 23:49:29 +0000 Administratorin anderes eigene artikel (anti)speziesismus/tierbefreiung tierausbeutung allgemeinantiantispeantisemitismusantivegankz vergleichmenschenfeindlichkeitnanduPeTATANtierrechts aktion nordtierschutzparteivegane linke forum http://veganfeminist.blogsport.de/2010/09/26/kz-vergleich-in-tierrechtskreisen/ Ein gern genutztes, wenn auch völlig unhaltbares, Argument von Anti-Antispes/Anti-Veganis ist ohne Zweifel der sog. KZ-Vergleich, der in veganen/antispez. Kreisen so häufig verwendet würde. Unhaltbar deshalb, weil zum einen dieser eine Kritikpunkt kein Argument gegen Antispeziesismus oder Veganismus darstellt, sondern lediglich gegen die Verwendung des Vergleiches und weil zum anderen dieser Vergleich in Tierrechtskreisen praktisch keine Verwendung findet. Ich kenne jedenfalls keine ernst zu nehmende Tierbefreiungs-/Tierrechtsgruppe und auch keine Einzelpersonen aus jenen Kreisen, die diesen Vergleich nutzen oder gutheißen. Natürlich weiß ich, dass es bereits vorkam, wie beispielsweise bei PeTA, Helmut Kaplan* und dem Kopf der Tierschutzpartei. Diese beiden Organisationen und die Einzelperson haben allerdings auch nichts mit der ernsthaften Engagement für Tierrechte zu tun, sie sind NICHT antispeziesistisch und NICHT vegan.
Worauf ich eigentlich hinaus wollte: Während die Negativ-Beispiele rauf und runter diskutiert und verpöhnt werden, werden die Positiv-Beispiele tunlichst verschwiegen. So hat sich die TAN (Tierrechts Aktion Nord) bereits 2004 von dem KZ-Vergleich distanziert und eine sehr umfassende Kritik daran formuliert. Das Vegane Linke Forum hat diesen Text ebenfalls seit ich das Forum kenne ganz oben unter ihrem Banner verlinkt und Nandu hat nicht nur den TAN-Text veröffentlicht, sondern auch einen eigenen Text zur Distanzierung formuliert und veröffentlicht.
Es ist mir auch noch nicht untergekommen, dass Einzelpersonen in meiner Gegenwart diesen Vergleich nutzten, was nicht heißen soll, dass es das nicht gibt, aber dass der Vorwand, Tierrechtler_innen seien antisemitisch oder menschenfeindlich wohl eher dazu genutzt wird, um von der eigentlichen Problematik (dem Umgang mit Nichtmenschen) abzulenken.

Die erwähnten Texte können hier nachgelesen werden:
- Auschwitz liegt nicht am Strand von Malibu und auch nicht auf unseren Tellern. Kritische Anmerkungen zum „KZ-Vergleich“
- Nandu und der KZ-Vergleich

Hinweis: Ich werbe nicht für die o.g. Gruppen, sondern zeige nur auf, dass es in Tierrechtskreisen sehr wohl ein Bewusstsein dafür gibt, dass und warum der KZ-Vergleich unangebracht ist. Kritikpunkt an der TAN ist beispielsweise ihre Stellung zu Israel und Kritikpunkt an Nandu ist beispielsweise, dass sie Nichtmenschen durch ihr betont witziges Auftreten teilweise lächerlich machen.

* Helmut Kaplan hat doch tatsächlich fahnentraeger.com ein Interview zum Thema „Holocaust-Vergleich wird immer wichtiger“ gegeben! (Ich verlinke diese Seite nicht. Informieren könnt Ihr Euch ja trotzdem.)

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donald watson im interview (2002) http://veganfeminist.blogsport.de/2010/09/18/donald-watson-im-interview-2002/ http://veganfeminist.blogsport.de/2010/09/18/donald-watson-im-interview-2002/#comments Sat, 18 Sep 2010 13:48:15 +0000 Administratorin anderes (anti)speziesismus/tierbefreiungAktivismusbiographiedonald watsonthe vegan newsthe vegan societyveganveganismus http://veganfeminist.blogsport.de/2010/09/18/donald-watson-im-interview-2002/ vegan< , gefunden. Es ist eines der letzten Dokumente mit Watson selbst, der seiner Zeit weit voraus war und leider am 16. November 2005 starb. Ich empfehle die englische Version, da [...]]]> Ich habe im Internet ein wirklich lesenswertes Interview mit dem damals bereits 92-jährigen Donald Watson, Gründer der Vegan Society im Jahre 1944 und „Erfinder“ des Wortes >vegan< , gefunden.
Es ist eines der letzten Dokumente mit Watson selbst, der seiner Zeit weit voraus war und leider am 16. November 2005 starb.

Ich empfehle die englische Version, da diese umfangreicher ist, jedoch leider auch schwerer verständlich.
Interview mit Donald Watson, English Version

Die deutsche Version ist (noch mehr) gekürzt, jedoch für alle gedacht, denen die englische Sprache schwer fällt.
Interview mit Donald Watson, deutsche Version

In Kürze werde ich auf diesem Blog eine Übersetzung der ersten Ausgabe von The Vegan News (1944!) veröffentlichen, die trotz ihres Alters immer noch erstaunlich aktuell geblieben ist. Wissenswert ist außerdem, dass Donald Watson den Begriff >vegan< in Abgrenzung zum (Ovo-)Lacto-Vegetarismus prägte und somit in dieser Ausgabe verstärkt auf die Gewalt durch die Milchindustrie eingeht.

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http://veganfeminist.blogsport.de/2010/09/18/donald-watson-im-interview-2002/feed/
barry horne by inner terrestrials (lyrics & clip) http://veganfeminist.blogsport.de/2010/09/15/barry-horne-by-inner-terrestrials-lyrics-clip/ http://veganfeminist.blogsport.de/2010/09/15/barry-horne-by-inner-terrestrials-lyrics-clip/#comments Wed, 15 Sep 2010 05:56:05 +0000 Administratorin lyrik&#038;lyrics doku/filmAktivismusBarry HorneHungerstreikInner TerrestrialslyricsTierversuche http://veganfeminist.blogsport.de/2010/09/15/barry-horne-by-inner-terrestrials-lyrics-clip/ Barry Horne lebte vom 17. März 1952 bis zum 5. November 2001. Er trat vier Mal während seiner Haftzeit (18 Jahre v.a. für Sachschäden und Säureanschläge gegen Firmen, die mit Tierversuchen in Verbindung standen) in den Hungerstreik, um gegen die Unterstützung von Tierversuchsfirmen durch die Regierung und ihre nicht eingehaltenen Wahlversprechen Tierversuche betreffend, zu protestieren. Beim ersten Mal (Januar 97) waren es 35 Tage, beim zweiten Mal (August 97) 46 Tage und zum dritten Mal (Oktober 98) 68 Tage. Durch die langen Hungerstreiks bekam er einen Nierenschaden und erblindete. Er starb 2001, nachdem er erneut 15 Tage nichts mehr gegessen hatte, an Leberversagen. (Wikiquelle.)
Tierversuche gibt es immer noch. Mehr als je zuvor.
Um die Erinnerung an Barry Horne und den Kampf gegen die Vivisektion bzw. Tierausbeutung allgemein zu erhalten, können (besonders zu Barry Hornes Todestag) tierbefreierische Aktionen aller Art veranstaltet werden. Ihm gewidmete Bekennerinnenschreiben können hierher verschickt werden.

Barry Horne by Inner Terrestrials

Though they broke your heart they never broke your will
Your script stayed strong through the years you were ill
They caged you like the animals and tortured you but still
They could never hurt what cannot be killed

[Chorus:]
Though the mortal life of a true freedom fighter’s gone
Barry Horne, Barry Horne your memory lives on
Through the broken dreams and all the years of pain
Barry Horne, Barry Horne your death was not in vain

A man laid down his life for those who can‘t defend themselves
Born into a nightmare their lives a living hell
But some people think it’s wrong to put profit before life
Some people think it’s wrong to be born under the knife

[Chorus]

Their example has failed, your death helps us unite
There’s many who were sleeping who are now awake to fight
That a man died for the animals to teach the world their plight
He made the masses wonder if this terrorist was right

[Chorus]

Deutsche Übersetzung:

Obwohl sie Dir das Herz brachen, Deinen Willen brachen sie nicht
Deine Botschaft blieb klar und deutlich, auch in den Jahren, in denen du krank warst
Sie sperrten Dich ein wie sie es auch mit den Tieren tun und folterten Dich, aber trotzdem
konnten sie nie das verletzen, was nicht getötet werden kann

Refrain:
Obwohl das vergängliche Leben eines Freiheitskämpfers vorbei ist
Barry Horne, Barry Horne, die Erinnerung an Dich lebt weiter
Trotz der zerbrochenen Träume und all der Jahre voller Qual
Barry Horne, Barry Horne, Dein Tod war nicht umsonst

Ein Mann gab sein Leben für jene, die sich nicht selbst verteidigen können
In einen Alptraum hineingeboren, sind ihre Leben die Hölle auf Erden
Trotzdem gibt es einige Menschen, die denken, dass es falsch ist, Profit vor Leben zu stellen
Einige Menschen, die denken, dass es falsch ist, geboren zu werden um sterben* zu müssen

Refrain

Das Exampel, das sie statuieren wollen, ist fehlgschlagen, denn Dein Tod half uns, uns zusammen zu schließen
Viele, die schliefen, sind nun erwacht, um zu kämpfen
Dadurch, dass ein Mann starb, um die Welt an ihr Versprechen** zu erinnern
Er sorgte dafür, dass die Massen ins Grübeln gerieten, ob ein Terrorist*** im Recht sein könnte

Refrain

* under the knife ist umgsprl. für operiert werden. Dies ist eine Anspielung an die Vivisektion, die Operationen an unbetäubten, ohne invasive Eingriffe des Menschen völlig gesunden Tieren durchführt. Versuchstiere werden nur zu diesem Zweck gezüchtet und jedes Versuchstier (wenn es nicht befreit wird) wird am Ende der Testreihen (welcher Art auch immer) umgebracht, wenn es nicht schon während der Tests stirbt.
** plight steht gleichzeitig für Versprechen (in diesem Fall der Regierungsparteien beispielsweise) und schlimmer Zustand (einer Gesellschaft, die Massaker an Unschuldigen duldet und fördert).
*** In den USA und Großbritannien werden Tierrechtsaktivistinnen als Terroristinnen behandelt und bestraft.

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veganis, die tiere halten. heuchelei oder moralische verpflichtung. http://veganfeminist.blogsport.de/2010/09/13/veganis-die-tiere-halten-heuchelei-oder-moralische-verpflichtung/ http://veganfeminist.blogsport.de/2010/09/13/veganis-die-tiere-halten-heuchelei-oder-moralische-verpflichtung/#comments Mon, 13 Sep 2010 06:31:45 +0000 Administratorin reproduktion eigene artikel (anti)speziesismus/tierbefreiung "haustiere"domestikationGary L. Francionegedankennutztiereproduktivitätreitentierbefreiungtierheimetiernutzungtierzucht http://veganfeminist.blogsport.de/2010/09/13/veganis-die-tiere-halten-heuchelei-oder-moralische-verpflichtung/ Bedeutet die Ablehnung der Tierhaltung, dass Veganer_innen keine Tiere halten sollten? Einige würden diese Frage sicher auf den ersten Blick mit „ja“ beantworten. Jedoch ist dies unter konsequenter Einhaltung des Tierbefreiungsgedankens nicht korrekt. Wenn es die Tierzucht nicht gäbe oder wenn es keine Wildtiere gäbe, denen gegenüber wir zur Hilfeleistung moralisch verpflichtet sind, wäre es sicher korrekt. Aber dem ist nicht so. Durch die Tierzucht wurden viele Tierarten in die Situation versetzt, nie wieder oder nur schwer ohne menschliche Hilfe auskommen zu können. Dies bedeutet, dass die konsequente Weigerung, ein hilfebedürftiges Tier aufzunehmen, dessen (unnötig frühzeitigen) Tod besiegelt. Einzig korrekt ist eine leichte Abwandlung des oben genannten Satzes: Die Ablehnung der Tierzucht und Tiernutzung bedeutet, dass Veganer_innen keine Tiere züchten, nutzen und derartige Praktiken fördern sollten. Es lässt sich also ganz leicht erkennen, dass eine reitende Veganerin gegen die Rechte der Tiere verstößt, da sie ein Pferd aus Eigeninteresse nutzt (ausbeutet), dass eine Veganerin, die ein Pferd aufnimmt und so gut wie möglich versorgt, nicht gegen die Rechte der Tiere verstößt, da sie das Tier nicht nutzt, sondern lediglich hält und versorgt, weil es (nicht mehr) frei leben kann. (Unter der Voraussetzung, dass das Tier keinen unwürdigen Bedingungen ausgesetzt wird.) Werden Tiere selbstlos (ohne Eigeninteresse) versorgt, also weder genutzt noch absichtlich oder fahrlässig gezüchtet, so widerspricht dies nicht dem TB-Gedanken – im Gegenteil. Damit erfüllt die entsprechende Person nur ihre moralische Verpflichtung anderen Spezies gegenüber. Dass diese Pflege den Bedürfnissen der Tiere niemals komplett gerecht werden kann, ist nicht die Schuld der pflegenden Veganerin, sondern die Schuld der Menschen, die Tiere züchten und die Zucht fördern. Erst dadurch wird die Welt mit Tieren überschwemmt, um die sich irgendwer kümmern muss oder die einem vorzeitigen Tod überlassen werden müssen. Hobbyzucht (unter humanen Bedingungen) ist also moralisch genau so verwerflich wie die kommerzielle Zucht von Tieren, obwohl jene Hobbyzüchter_innen immer wieder betonen, wie sehr sie die Tiere lieben und dass sie ihnen ja nie schaden wollen würden. Aber diese Phrase muss sich immer als unwahr herausstellen. Zum einen muss beachtet werden, dass Tierliebe ein normales speziesistisches Phänomen ist und keineswegs mit dem Speziesimus in Konflikt steht. Des weiteren sind die Pflegekapazitäten der Menschen immer begrenzt, das bedeutet, dass es nicht nur enscheidend ist, dass von einer Art nicht zu viele Tiere produziert werden, sondern dass von allen Arten nicht zu viele produziert werden. (Unter moralischen Aspekten sollten natürlich, wie bereits gesagt, gar keine Tiere produziert werden. Auch nicht aus Artenschutzgründen.) Wenn also eine Person beispielsweise Dalmatiner züchtet und mit allen anderen Züchter_innen in Kontakt stünde und diese Gruppe von Züchter_innen niemals mehr als 50 Welpen produzieren würden – was würde das helfen, wenn der Markt bereits mit Millionen Welpen anderer Rassen überschwemmt ist, für die es gar keinen Platz in freundlichen Zuhausen gibt? Genau dies ist nämlich der Fall. Die Menschen produzieren derartig viele Tiere, weil sie egoistisch handeln (Geldinteresse, emotionale Gründe) und das Problem der Tierzucht nicht global betrachten. Obwohl fast alle Menschen wissen, dass die Tierheime überfüllt sind, Millionen von Tieren auf der Straße hocken, verhungern, ein unwürdiges Leben führen oder umgebracht werden, hindert es sie nicht daran, genau in diesem Augenblick, wo diese Tiere ihr schlimmstes Schicksal durchleben müssen, weitere unglückliche Tiere zu produzieren, die entweder eine Abnehmerin finden und damit ein anderes Tier zur Obdachlosigkeit oder dem Tod verurteilen oder sie selbst das Schicksal dieses anderen Tieres ereilt. (Dies ist übrigens ähnlich der Zucht menschlicher Wesen – Wie können moralische Menschen Kinder in die Welt setzten, solange es noch Hunderttausende gibt, die in Heimen ohne ein liebevolles Zuhause groß werden müssen?)
Veganer_innen können und sollten diese Probleme nicht ignorieren. Wer die Tierhaltung so konsequent ablehnt, dass er oder sie sich weigert, einem Tier in Not zu helfen, sollte sich ernsthaft fragen, inwieweit sein oder ihr Veganismus noch dem Wohle der Tiere dient. Es ist nicht nur eine Option, sondern unsere moralische Verpflichtung (eine unter vielen), so viele pflegebedürftige Tiere wie möglich aufzunehmen und zu versorgen. Wer selbst dazu nicht in der Lage ist, sollte zumindest andere vertrauenswürdige Personen und Gruppen (Lebenshöfe) darin unterstützen, Tieren ein Obdach zu geben. Wie kann ein Mensch sich über Euthanasiezahlen von Tierheimen und ausgesetze Tiere beschweren, aber selbst nichts dazu leisten, diesen Tieren zu helfen, obwohl er oder sie es doch könnte?

In diesem Sinne: adoptiert pflegebedürftige Tiere oder unterstützt andere, die es tun. Dies ist kein Zeichen eines heuchlerischen, sondern eines konsequenten Veganismus!

Empfehlenswerte Artikel zum Thema:
Ist jede Kampagne eine Einzel-Thema-Kampange? (single issue campaign)
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„genderneutral“ ist ein problem http://veganfeminist.blogsport.de/2010/09/12/genderneutral-ist-ein-problem/ http://veganfeminist.blogsport.de/2010/09/12/genderneutral-ist-ein-problem/#comments Sun, 12 Sep 2010 21:27:02 +0000 Administratorin anderes eigene artikel (anti)sexismus/feminismus statistikenFeminismusgedankenGeschlechterrollenHeterosexismusqueersprache http://veganfeminist.blogsport.de/2010/09/12/genderneutral-ist-ein-problem/ Selbstverständlich möchte ich keinesfalls die Bestrebung, Geschlechterdichotomien aufzulösen, infrage stellen. Es geht mir nicht darum, alte Rollen oder Geschlechter wiederaufleben zu lassen, es geht mir nur darum, zu zeigen, dass in der heutigen Welt ein genderneutrales Denken, Schreiben, Verhalten einige Probleme verursacht statt sie zu beheben. Vielleicht ist vielen das klar – oder auch nicht. Ich bin mir nicht sicher, deswegen möchte ich es mir von der Seele schreiben.

Probleme zeigen sich zum Beispiel da, wo Gefo*-Studierende Umfrageblätter sabotieren und das männlich/weiblich Kästchen nicht nutzen, sondern eine zusätzliche Option erfinden. (Beispielsweise queer, feminist, trans, nichts, alles, etc.) Zweifellos ist dies eine super kreative und witzige Aktion, aber die Frage ist, ob sie wirklich nützlich ist. Das einzige, was die Auswertung solcher Fragebögen ergeben würde, wäre, dass es Menschen gibt, die die bisherigen Kategorien ablehnen – und das wissen wir auch so. Ein Zeichen setzen wir damit gewiss nicht, denn es ist sehr wohl im Interesse der Gefo, herauszufinden, was männlich bzw. weiblich konstruierte Menschen beim Studium erleben. Wenn wir heute schon so täten, als gäbe es die M-W-Dichotomie in der Gesellschaft nicht mehr, wie können wir dann noch die Unterdrückung von Frauen kritisieren? All die Argumente, die seit Jahrzehnten bekannt sind (zu wenige Frauen in gehobenen Positionen, unterbezahlt, besonders von sexualisierter und anderer Gewalt betroffen etc.) würden dann keine Gültigkeit mehr haben, denn es gibt ja nur noch Menschen, keine Frauen und oder Männer. Dies würde zu genau der Einstellung führen, die heutzutage schon verbreitet ist und verheerende Folgen für die Emanzipationsbestrebungen der Frauen hat: Die Einstellung, dass sie Gleichberechtigung ja erreicht sei, es nur noch Menschen gibt, die teilweise Diskriminierung, schlechten Arbeitsbedingungen usw. ausgesetzt sind, aber dies nicht aufgrund ihres (sozial konstruierten) Geschlechts.
So komme ich denn zu der Erkenntnis, dass eine genderneutrale Politik erst dann begrüßenswert ist, wenn auf dem jeweiligen Gebiet bereits Gleichberechtigung erreicht bzw. annähernd ist. Solange die Geschlechter in den Köpfen der Menschen noch existieren, können Gefos nicht einfach so tun, als sei dem nicht so. Solange eine soziale Gruppe (ob nun Frauen, Jüd_innen, Schwarze etc.) benachteiligt ist, muss ihr durch spezielle Förderungen bei der Emanzipation geholfen werden. Die Unterdrückung einer Gruppe einfach damit abzutun, dass Unterschiede unter Menschen sowieso nur sozial konstruiert seien, wird nicht helfen, diese Unterdrückung zu beenden, sondern nur dazu beitragen, das Problem unter den Teppich zu kehren.
Wie stehe ich nun also zu queerer Praxis? Grundsätzlich bin ich natürlich nicht dagegen, aber sie sollte wohlüberlegt umgesetzt werden. Umfragen zu manipulieren, kann teilweise nützlich, teilweise schädlich sein und ein bisschen soll mensch ja auch die Utopie vorleben, die er_sie einestags umgesetzt haben will. Diese Träumereien sollten jedoch nicht blind machen vor den Zuständen und Gegebenheiten in der aktuellen Gesellschaft.
Danke.

* Gefo = Geschlechterforschung, auch bekannt als Gender Studies

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greenpeace bricht das schweigen http://veganfeminist.blogsport.de/2010/09/12/greenpeace-bricht-das-schweigen/ http://veganfeminist.blogsport.de/2010/09/12/greenpeace-bricht-das-schweigen/#comments Sun, 12 Sep 2010 11:35:59 +0000 Administratorin eigene artikel (anti)speziesismus/tierbefreiung tierausbeutung allgemeingreenpeaceklimaschutzTierausbeutungtierbefreiungtierrechteumweltschutz http://veganfeminist.blogsport.de/2010/09/12/greenpeace-bricht-das-schweigen/ Nachdem Greenpeace mir noch anfangs des Jahres per Mail mitteilte, dass sie sich in die Essgewohnheiten der Menschen nicht einmischen wöllten, da dies eine persönliche Entscheidung sei (aber „grünen Strom“ nutzen, Müll recyceln irgendwie nicht?!), passierte es nun doch: Die aktuelle Ausgabe des Greenpeace Magazins (Juli-August 2010) steht unter dem großen Banner „Essen spezial“. Meine anfänglichen Erwartungen gingen Richtung CO2-Ausstoß bei (Gemüse- und) Burgern und Wasserverschwendung bei Rind“fleisch“produktion. Ein bisschen wurde diese Erwartung auch erfüllt, doch für Greenpeace-Verhältnisse lehnt sich diese Ausgabe ganz schön weit aus dem Fenster – es wimmelt nur so von vegetarischen Zitaten, die das Schlachten verurteilen, es gibt Bilder von einer panisch blickenden Kuh, der gerade ein Bolzenschussgerät an die Stirn gepresst wird oder von drei Schafen, die auf zwei gehäutete und an den Hinterbeinen aufgehängte Artgenoss_innen blicken.

Obwohl die GP-Politik so lange Zeit das Thema Vegetarismus (Veganismus erst recht) tabuisiert – plötzlich brechen sie das Schweigen. Was ist passiert? Ich kann es natürlich nicht sagen, aber mir fallen ein paar Vermutungen ein. Wie kann ein Umweltmagazin, dass so großen Einfluss hat und immer wieder für seine grandiosen (zumindest von GP-Fan_innen) und ehrlichen Berichte gelobt wird, das für den Menschen zentrale Thema Ernährung so konsequent ausblenden? Außer regionale Fische- und Rindermörder_innen näher zu beleuchten, hatten frühere Ausgaben der GP meist nicht viel zu bieten (auch wenn ich natürlich nicht alle kenne). Außerdem schwieg auch die Homepage den Vegetarismus und Veganismus immer tot, stattdessen haben tierverachtende Kampagnen z. B. gegen Genmilch (aber für Kuhmissbrauch und Kälbermord) schon immer einen großen Raum eingenommen. Wenn es also doch mal um Essen ging (obwohl Tiermilch so unökologisch ist!), wurde dieser „Genuss“ lediglich aus der Position der menschlichen Konsument_in beleuchtet.

Doch diese Ausgabe ist anders! Ist sie das? Nun, ich gebe zu, sie ist nicht so tierverachtend, wie ich es von GP erwartet haben. (Das werden sie in der nächsten Ausgabe garantiert wett machen. Ich freue mich schon auf die Leser_innenbriefe, auch wenn wir leider nur einen kleinen Ausschnitt zu sehen bekommen werden. GP verrät seine vor allem nekrophagen Kund_innen!)
Aber kommen wir endlich zum Inhalt. Schon das Cover drängt Tierfolter_innen in eine unangenehme Gedanken-Ecke „Schlachthof: Wie Tiere fühlen“ und „Vegetarier[sic!]: Grün essen boomt“ können wir in schönen Kapitälchen lesen. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass die meisten Leute ab hier schon keine Lust mehr haben, das Heft aufzuschlagen; es erinnert einfach zu stark an die nervigen Hippies in der Fußgängerzone, die einem immer irgendwelche Flyer über „Fleischlos genießen“ oder „Grauen im Schlachthof“ aufschwätzen wollen. Dennoch werden wohl die ein oder anderen einen Blick riskieren – sei es nur, weil sie die GP nun mal abonniert haben und auch was sehen wollen für ihr Geld. Dennoch. Sehr unangenehm. Über Schlachthäuser redet mensch nicht. Auch wenn er_sie sie (ausgiebig) finanziert.
Immerhin 5 der 16 Themen haben direkt mit Veganismus oder zumindest Vegetarismus zu tun. Gleich der erste Artikel „Vegetarier[sic!] Immer mehr Menschen sind fleischlos glücklich“ handelt vom Vegetarismus (achja! ;)), bei dem auch einige Veganer_innen zu Wort kommen. Dann haben die Leute erstmal 42 Seiten lang Ruhe, bevor zwei (äußerst schlechte!) Artikel folgen, einmal „Bodybuilder Tierlieber Weltmeister“ (wir ahnen es, jaa, Alexander Dargatz) und „Veganer Restaurant-Geheimtipp in Leipzig“ (manche ahnen es, jaa, das Zest(1)). Nochmal 10 Seiten Pause, dann kommen wohl die unangenehmsten Artikel dieser Ausgabe: „Schmerz Wie wir Tiere leiden lassen“ und „Tiere essen Aufrüttelnder Bestseller von Jonathan Safran Foer“.

Was gibt es jetzt denn also noch zu meckern? 20 der 80 Seiten beschäftigen sich direkt mit Tierleid und deren Vermeidung (wobei das beim Vegetarismus natürlich nicht korrekt ist), aber Veganer_innen haben wohl immer was zu meckern. So auch ich. Da ich gut erzogen wurde, beginne ich aber mit dem Positiven: Es freut mich, dass GP mal Perspektiven jenseits des „Fleisch“vertilgens beleuchtet hat und dass der Veganismus darunter sogar einen Recht großen Raum einnahm. Dass moralische Beweggründe als Hauptgrund für diesen Lebensstil genannt wurden, freut mich ebenso. Dass blutige Bilder gezeigt werden, freut mich besonders (nicht aus sadistischen Veranlagungen, sondern weil diese Impressionen der Bauernhofidylle gern verschwiegen werden), auch wenn ich gerne eine Auskunft über die Herkunft der Bilder hätte. Es gab sogar auch einen veganen Kochbuchtipp, dafür schieb ich noch ein kleines Lob hinterher.
So, geschafft, nun zum Negativen. Obwohl ständig über Vegetarismus geschwafelt wird, bezweifel ich, dass die Menschen nach dem Lesen der 20 Seiten wirklich schlauer sind, WAS Veggies und Veganis überhaupt essen können. Klar, mit hübschen Bildern von rohem Obst und Gemüse wurden wir wie so oft überschüttet, aber eigentlich ging es hier doch nicht um vegane Rohkost? Das Bild von der salatmampfenden Asketin wurde überhaupt nicht angegriffen, im Gegenteil. Tofu und Seitan werden nur zweimal kurz erwähnt und vegane „Fleisch“- und Milchprodukte überhaupt nicht. Stattdessen ein kurzer Artikel über „Fleisch“ aus Tiermilch, in dem Tofu auch noch deshalb diskreditiert wird, weil es sich eben nicht wie zähe Leiche anfühlt. Hinzu kommt, dass nicht ein einziges Mal erwähnt wird, dass für Veggies auch Tiere gequält und umgebracht werden. Noch schlimmer: Der vegane (!) Besitzer des Zest sagt doch tatsächlich, dass für Tiermilch und Eier keine Tiere umgebracht werden (müssten) und: Eier seien ungeschlüpfte Küken. Ähm, wenn überhaupt sind befruchtete Eier ungeschlüpfte Küken, aber diese kommen in der Eier-Massen“produktion“ so gut wie nicht vor, schließlich werden die männlichen Tiere vergast oder zermust (2) und die weiblichen Tiere können ihre Eier bis heute noch nicht selbst befruchten. Des weiteren passen die Artikel nicht zusammen. Was von den Toleranten sicher als Meinungsvielfalt wahrgenommen wird, sehe ich nur als gängige Strategie von GP: Bloß nicht zu radikal, die Leute werden sich sowieso schon aufregen, wenn „wir“ über Veggies reden. Eine Seite vor veganem Ex-Bodybuilder und Restaurant geht es z. B. um einen englischen Milchbauern, der regional liefert (yeah, das ist schon eher GP-Stil). Immerhin sind sie nicht unehrlich, wenn sie betonen: „So profitieren alle: die Kunden[sic!], die Milchbauern[sic!] und die Umwelt.“ – aber eben nicht die Kühe (das „alle“ ist dann aber doch gelogen.). Oder – noch seltsamer, aber auch gängiger GP-Kurs – es wird sich über das Aussterben von „Nutztier“rassen in Deutschland und anderswo auf der Welt beschwert: Der böse Kapitalismus sorgt dafür, dass ineffiziente Rassen aussterben – dass der böse Kapitalismus Milliarden Tieropfer im Schlachthaus fordert, ist hingegen anscheinend weniger bedenklich. Übrigens sollte wohl allen Menschen klar sein, dass die Ablehnung tierlicher Lebensmittel genau dazu führt: Zum Aussterben der „Nutztiere“. Das einzige Argument, warum dies tragisch sei, ist anscheinend der Verlust der Arten- bzw. konkreter Rassenvielfalt. Nur dass, im Gegensatz zur freien Natur, durch die Vielfalt der „Nutztier“rassen keine Vorteile entstehen, da diese Lebewesen sowieso künstlich erzeugt wurden und keine biologische Funktion erfüllen (3). Weiter fällt auf, dass bis auf ein einziges Mal, niemals von Tierrechten die Rede ist, obwohl die moralischen Beweggründe für Veggies und Veganis in den Vordergrund gestellt wurden. Die einzige Tierrechtlerin (ohne Erklärung, was Tierrechte seien), kommt im letzten Artikel über das Buch „Tiere essen“ vor, in der erwähnt wird, dass sie einem angeschlagenen Küken in einer Tierfabrik die Kehle durchschneidet – kein sehr repräsentatives Bild von Tierrechtler_innen, oder? Tierbefreiung wird natürlich überhaupt nicht erwähnt. Der „Tu-Was-Tipp“ dieser Ausgabe ist übrigens jeden Sonntag Biofleisch zu essen und dafür die restlichen Tage vegetarisch – dann schmeckt’s auch gleich viel besser. Und zu guter letzt – wie könnte es auch anders sein! – gibt es zahllose Beispiele speziesistischer Sprache, z. B. „vier Stück Vieh“, „zukünftiges Schnitzel“ usw.

Um endlich einen Abschluss zu finden: Meiner Meinung nach ist der einzige lesbare Artikel „Schmerz Wie wir Tiere leiden lassen“ bzw. auf Seite 68 heißt er dann „Wie Tiere fühlen“. Kritisch ist hier jedoch, dass eine vollkommen unreflektierte Beweisführung tierlichen Schmerzempfindens durch grausame Tierversuche dargestellt wird, während die eigentliche Problematik, dieses Wissen durch Quälerei zu gewinnen, überhaupt nicht angegriffen wird.

Fazit: GP bleibt eben GP. Wer sich über Tierrechte bzw. Tierbefreiung informieren möchte oder andere darüber informieren möchte, ist dort eben eindeutig an der falschen Adresse. Die aktuelle Ausgabe hat wohl maximal dazu geführt, dass die Akzeptanz von Veggies leicht gestiegen ist, aber nicht, dass es die Leser_innenschaft gelüstet, selbst der Tierquälerei zu entsagen.
(Für Gegenbeweise bin ich natürlich dankbar!)

(1) Wobei das Zest nicht wirklich als (rein) vegan gelten kann, da selbst im Artikel davon die Rede ist, dass sie auf Wunsch den Gästen Tiermilch und Parmesan aushändigen.
(2) In ökologischer „Haltung“ werden die männlichen Tiere auch meist als Babies umgebracht, denn für die „Fleischproduktion“ gibt es spezielle Züchtungen.
(3) Ich weise darauf hin, dass für mich die biologische Funktion eines Tieres nicht entscheidend ist, sie ist es aber für Artenschützer_innen, ohne dabei auf die individuellen Bedürfnisse der Tiere zu achten.

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zurückgekehrt http://veganfeminist.blogsport.de/2010/09/12/zurueckgekehrt/ http://veganfeminist.blogsport.de/2010/09/12/zurueckgekehrt/#comments Sun, 12 Sep 2010 11:31:27 +0000 Administratorin veganfeminist news anderes http://veganfeminist.blogsport.de/2010/09/12/zurueckgekehrt/ Ein kleines Hallöchen an die wenigen Besucher_innen, die dieser Blog noch haben dürfte. Nein, ich bin nicht zu den antifeministischen Antiveganer_innen übergelaufen, ich hatte nur eine ganze Zeit lang keinen Internetzugang und wenig Elan. Nun bin ich jedoch wiederauferstanden – das Posten geht weiter.

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